Nomen est omen ...

Beamtin werden mit garantiertem Gehalt - Sicherheit - das wollte ich unbedingt. Malen, zeichnen, gestalten, aber auch Fragen nach gesellschaftlichen Verhältnissen und warum diese nicht anders sein können - ? - beschäftigten mich. Über einen kleinen Umweg an der Uni Münster landete ich im Projektstudium der GhK. Dort bestimmten wir unsere Inhalte selbst - und lernten vor allem »zu lernen«.

Mein erstes Semester Germanistik und Kunst begann mit der Organisation einer Demonstration in Wiesbaden - gegen ein Berufsverbot. Plakate und Fahrkarten entwerfen, drucken, vertreiben.
Eva Maria Anderer  
 

Dann das Theaterstück »Reformiert - angeschmiert«. Warum hat es eine Hochschulreform gegeben? Wieso wird sie wieder zurückgenommen? Wieso, weshalb, warum, ... . Forschen, Texte schreiben, die Rollen einzustudieren, das Bühnenbild entwerfen und sich um die gesamte Abwicklung kümmern. Ein intensives und ungewöhnliches Studium.

Nahtlos folgte die Gründung des »Kunstkollektivs am Bahnhof« und mein Entschluß, nach dem Examen nicht in die Institution Schule zu gehen, sondern meine gestalterische Arbeit selbständig fortzusetzen. Mit Freude und Überzeugung und ganz entgegen meinem ursprünglichen Sicherheitsdenken. Die Mitarbeit in der Gruppe »dissign«, Forschungsaufenthalte in China sowie drei Jahre als künstlerisch - wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Kunst der GhK sind weitere Stationen, die der Gründung von »andererArt« im Jahr 1999 vorausgingen.